Wohnungsnahes Grün

Im Grünen wohnen

Erste Bestrebungen, Mietshäuser in der noch ländlichen Umgebung vor den Toren Berlins zu bauen, gab es bereits 1852. So ließ die Berliner gemeinnützige Baugesellschaft in der Bremer Höhe in der Schönhauser Allee nach englischem Vorbild Cottages, solide gebaute Landhäuser, errichten. Ziel der lockeren Bebauung war, eine nur geringe Einwohnerdichte zu erreichen und den Mietern die Möglichkeit zur Selbstversorgung durch Gartenanbau am Haus zu ermöglichen.

Dagegen orientierte sich der Wohnungsbau der Gründerzeit am maximalen Profit. Vorschriften, die Grünflächen innerhalb der Bebauung forderten, gab es nicht. So entstand in Berlin der größte Mietskasernenring weltweit ohne nutzbare Grünanlagen auf den Höfen.

Gegenentwürfe waren um die Jahrhundertwende gebaute Wohnanlagen mit großzügig gestalteten Grünflächen wie der Wohnkomplex im Amalienpark in Pankow oder das Munizipalviertel in Weißensee.

Dem sozialen engagierten Architekten Bruno Taut gelang es in den 1920er Jahren, auf kleinem Raum moderne Wohnungen zu planen und große begrünte Innenhöfe zu gestalten. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs folgten weitere Siedlungen, die sich an seinen Vorstellungen orientierten.

Nach dem Krieg war die Wohnungsnot groß. Ab 1950 entstanden in Pankow Wohnsiedlungen mit großzügigen Grünanlagen in den Innenhöfen und Abstandsgrün zu Verkehrsflächen und Nachbargebäuden. Promenaden wurden angelegt, Bäume gepflanzt sowie Spiel- und Sportplätze an zentralen Orten errichtet.

Seit 1990 ist Hofgrün wieder privates Grün. Der Berliner Senat hat verbindliche gesetzliche Regelungen geschaffen, damit ausreichend Grün-, Spiel- und Sportflächen für die Einwohner zur Verfügung stehen. In den Sanierungs- und Stadtentwicklungsgebieten ging die öffentliche Hand bei der Schaffung von Grünanlagen in Vorleistung. Außerdem nutzte man die Chance, kriegsbedingte Baulücken zu begrünen.

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