Kleingärten

Das private Paradies

In schöner Regelmäßigkeit wird in der Presse von unerschrockenen Kleingärtnern berichtet, die mit Zähnen und Klauen ihre Gärten gegen den Bau von Wohnungen, Straßen und Gewerbegebieten verteidigen. Gleichzeitig sind die abgesperrten Kleingartenanlagen für viele Berlinerinnen und Berliner unbekanntes Land (Terra Incognita). Der Bezirk Pankow beherbergt eine große Zahl von Kleingärten unterschiedlichster Couleur.

Urbanen Menschen zu gestehen: „Ich bin Kleingärtner“, ist einem Coming-out gleichzusetzen. Noch immer herrscht das Klischee, dass Kleingärtner bornierte Spießer sind, die sich von ihren Gartenzwergen kaum unterscheiden lassen. Doch leise und zaghaft macht sich eine Renaissance der Kleingärten bemerkbar. Junge, urbane Familien sehen für sich und ihre Kinder im Kleingarten eine günstige und räumlich nahe Möglichkeit, Natur zu erleben und ihrem Berufsleben ein Gegengewicht zu geben. Nicht nur biologisch einzukaufen, sondern sein Gemüse und Obst direkt selbst anzubauen, ist zu einem erstrebenswerten Gut geworden.

Der Entstehung der Kleingärten lag genau dieses Bedürfnis zugrunde: nach Luft, Licht und unmittelbare Naturerfahrung, wie sie auch heutzutage für Großstädter wichtig sind. Doch standen diese Ziele damals unter dem Vorzeichen der Not. Die Arbeit an der frischen Luft im Tageslicht sollte die Folgen lindern, die das Leben in dunklen beengten Stadtwohnungen mit sich brachte, und die Arbeiter außerdem in die Lage versetzen, sich mit Obst und Gemüse zu versorgen.

Kleingärten tun nicht nur den Kleingärtnern gut, sondern auch den übrigen Stadtbewohnern. Der Staub in der Luft wird reduziert und die Luft gekühlt. Allen Vorbehalten zum Trotz: Kleingärten sind ein zukunftsfähiges Element einer lebenswerten Stadt!

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